Sonntag, 9. Dezember 2012

so alt wie




"Ich hab ihn erschossen, verdammt nochmal! Ich hab jemanden umgebracht!"
"Du warst damals acht Jahre alt!"
Nein, das war ich nicht! In dem Moment, als ich meine Hand um das kühle Metall des Pistolengriffs geschlungen hatte - sobald meine Finger den Abzug umarmten, bereit ihn zu betätigen, war ich nicht mehr acht Jahre alt!
Ich war achttausend Jahre alt. Vielleicht sogar acht Millionen. 
Ich war so alt wie die Furcht. So alt wie wie die Wut und das Nicht-wissen und das Sich-nicht-kümmern. 
Ich war der erste Mensch, der über die Erde schritt und deshalb der erste Mensch, der Schmerz erfuhr. 
Das hat mich so nahe an Allmächtig und Unverwundtbar gebracht, wie ich je zu hoffen wagen konnte.
Ich war damals keine acht Jahre alt - ich war am Leben, noch für einen letzten Atemzug, und mit dem nächsten Herzschlag (als ich den Knall des Schusses hörte) - war ich tot.
Und ich bin es seitdem geblieben.


Mittwoch, 5. Dezember 2012

es ist mein leben


 
„Man kann nicht zweimal im selben Fluss stehen. Ich frage mich: Kann ich zweimal derselbe Mensch sein? Bin ich nicht vielmehr in jedem Augenblick meines Lebens ein anderer?“
„In diesem Fall wärst du im Laufe deines Lebens Tausende und Abermillionen Personen!“
„Genau! Ich frage mich: Gibt es Kontinuitäten? Irgendetwas, das mich als eine einzige Person auszeichnet und nicht als unzählige, die auseinander entstehen?“
„Ich denke ja.“
„Was?“
„Ich... Ich weiß nicht. Aber nehmen wir an, du bist wirklich immer ein anderer und es gibt nichts Bestimmtes, was dich ausmacht, dann ist die Person, die du in der Vergangenheit warst, nicht nur du, sondern könnte auch jeder andere Mensch sein. Wenn es nichts gibt, was dich zu einer speziellen Person macht, dann bist du jeder. Und jeder ist du.
Aber so ist es nicht.“
„Wirklich?“
„Jeder lebt sein eigenes Leben.“
„Aber nur, weil niemand für das die Verantwortung übernehmen will, was ich getan habe.“


Samstag, 1. Dezember 2012

me, myself and my blog

Ich schreibe. 
Wenn mir große Ideen komme. Wenn ich eine vage Ahnung habe. Manchmal auch, wenn mein Kopf vollkommen leer ist.

Ich lese. 
Gedruckte Worte. Getippte Worte. Manchmal lese ich sogar, obwohl gar keine Worte da sind.

Und darum geht es auf diesem Blog: Ich will das teilen, was ich schreibe und auch das, was ich lese.